Der Mutterpass

Der Mutterpass ist ein wichtiges Dokument, das dich über die Geburt deines Kindes hinaus begleiten wird. Du erhältst ihn von deiner Frauenärzt:in oder von deiner Hebamme, sobald die Schwangerschaft sicher festgestellt wurde. Im Mutterpass sind die Untersuchungen aufgeführt, die in den MutterschaftsrichtlinienMutterschaftsrichtlinien Die Mutterschaftsrichtlinien regeln die medizinische Versorgung von Schwangeren vor und nach der Geburt. Sie werden von den Expert:innen des sogenannten Gemeinsamen Bundesausschusses festgelegt. In ihnen werden der Zeitpunkt und die Inhalte der Untersuchungen, Tests, Beratungen, Maßnahmen, Aufzeichnungen und Bescheinigungen der Schwangeren durch Ärzt:innen und Hebammen festgehalten. festgelegt sind und von den gesetzlichen Krankenversicherungen bezahlt werden. Die Ergebnisse aller Vorsorgeuntersuchungen werden im Mutterpass eingetragen. Diese Daten liefern Informationen, die für die Geburt und die Nachsorge im Wochenbett wichtig sind. Außerdem ist diese Dokumentation im Fall einer weiteren Schwangerschaft hilfreich. Die im Mutterpass festgehaltenen Informationen sind bei medizinischen Notfällen während der Schwangerschaft sehr wichtig. Deshalb solltest du deinen Mutterpass immer dabeihaben!

Welche Daten werden aufgelistet?

Im Mutterpass werden der errechnete GeburtsterminErrechneter Geburtstermin Der errechnete Geburtstermin, kurz ET, ist der Tag mit der höchsten Wahrscheinlichkeit der Geburt. Bei den unterschiedlichen Berechnungsarten werden meistens der erste Tag der letzten Periode oder der Tag der Empfängnis zur Berechnung genutzt. Rund 80 Prozent der Kinder werden in den zehn Tagen vor oder nach dem errechneten Geburtstermin geboren. Im Verlauf der Schwangerschaft kann der Termin auch neu berechnet und angepasst werden., der im Lauf der Schwangerschaft bei vielen Schwangeren noch korrigiert wird, und Faktoren für eine Risikoschwangerschaft eingetragen. Das sind unter anderem deine Blutgruppe und dein RhesusfaktorRhesusfaktor Der Rhesusfaktor ist in der Biologie ein Teil des Blutgruppensystems, durch das sich Blutgruppen unterscheiden lassen. Auf den roten Blutkörperchen von Menschen mit einem positiven Rhesusfaktor befinden sich spezielle Proteine. Bei Menschen mit negativem Rhesusfaktor ist dies nicht der Fall. Bei einer Schwangerschaft kann dies von Bedeutung sein, da das ungeborene Kind eine andere Blutgruppe als die Mutter haben kann, wodurch Komplikationen eintreten können. In der 12. Schwangerschaftswoche wird Schwangeren der Rh-NIPT Gentest zur Bestimmung des Rhesusfaktor des Kindes angeboten. Dieser Test erfolgt nach einer Beratung nach dem Gendiagnostik Gesetz und ist eine Kassenleistung., der Eisengehalt in deinem Blut und Informationen über Erb- und Infektionskrankheiten. Auch das Kind wird genau beobachtet. Dabei werden seine Größe, sein Gewicht und seine Lage in deinem Bauch dokumentiert. Nach der Entbindung wird der Mutterpass bis zu acht Wochen lang durch die Personen, die dich medizinisch betreuen, weitergeführt. Die Einträge nach der Geburt umfassen den Wochenbettbericht, das Ergebnis der Nachuntersuchung und Angaben zu Besonderheiten deines Kindes.

Besondere Zählweise der Schwangerschaftswochen

Der Schwangerschaftsverlauf wird vor allem in Schwangerschaftsdritteln und Schwangerschaftswochen unterteilt. Ärzt:innen und Hebammen haben aber noch eine andere Zählweise, mit der sie ganz genau bezeichnen können, an welchem Punkt der Schwangerschaft du dich befindest. Das ist auch für eine medizinisch genaue Festlegung von Zeitpunkten für Untersuchungen oder Behandlungen wichtig. Deshalb findest du diese Zählweise zum Beispiel auch im Mutterpass auf den Seiten 10 und 11. Dort wird angegeben, wann die Ultraschalluntersuchungen stattfinden sollen. Bei der Zählung wird immer die abgeschlossene Schwangerschaftswoche angegeben plus die Anzahl der Tage in der angefangenen Woche. Wenn dort also „8+0 SSW bis 11+6 SSW“ steht, heißt das: Die Untersuchung soll zwischen dem ersten Tag der 9. Schwangerschaftswoche und dem letzten Tag der 12. Schwangerschaftswoche gemacht werden. Auch die Personen, die dich medizinisch betreuen, können solche Angaben in deinen Mutterpass hineinschreiben, um ihre Behandlungen und Beratungen zu notieren.

Was steht wo im Mutterpass?

Seite 1: Termine für die Vorsorgeuntersuchungen und der Hinweis auf dein:en Frauenärzt:in oder deine Hebamme

Seiten 2 und 3: Deine Daten, Blutuntersuchungen und Untersuchungen auf Infektionen

Seite 4: Frühere Schwangerschaften und Beratung der Schwangeren

Seite 5: Allgemeine Anamnese und erste Befunde

Seite 6: Besondere Befunde der Schwangerschaft und Entbindungstermin

Seiten 7 und 8: Der Schwangerschaftsverlauf als Gravidogramm

Seite 9: Stationäre Behandlungen während der Schwangerschaft, Kardiotokografische Befunde und Besonderheiten zu den Risikokatalogen

Seiten 10 bis 12 und 14: Ultraschalluntersuchungen

Seite 13: Normkurven

Seiten 15 und 16: Abschlussuntersuchung, Entbindung und frühes Wochenbett